Bauzinsen steigen wieder – was das für Ihre Immobilienfinanzierung bedeutet
Der kurze Rückgang der Bauzinsen im Frühsommer 2026 ist vorbei. Bei mehreren großen Banken zeigt die Zinskurve wieder deutlich nach oben – mit spürbaren Folgen für die monatliche Rate.
Wer den Kauf einer Immobilie plant oder eine Anschlussfinanzierung vor sich hat, sollte die aktuelle Entwicklung kennen: Die Bauzinsen steigen. Zunächst hatten sie sich im Juli noch leicht nach unten bewegt – inzwischen haben mehrere Institute ihre Konditionen angehoben, und der Trend zeigt klar in eine Richtung.
Was die Banken konkret machen
Bei der ING ist der Sollzins für ein 300.000-Euro-Darlehen mit 15-jähriger Zinsbindung von 4,10 auf 4,27 Prozent gestiegen, der effektive Jahreszins klettert auf 4,38 Prozent. In Euro: Die monatliche Rate steigt von 1.775 auf 1.817,50 Euro – das sind gut 42 Euro mehr pro Monat, über 500 Euro mehr pro Jahr.
Auch andere Häuser ziehen mit:
- 1822direkt (Sparkassentochter): Effektivzins von 3,65 auf 3,85 Prozent – die monatliche Rate bei 300.000 Euro steigt um knapp 48 Euro.
- Commerzbank: Deutlicher Sprung von 3,88 auf 4,22 Prozent effektivem Jahreszins.
- Comdirect: Zinsen über alle Laufzeiten hinweg gestiegen – bei zehnjähriger Bindung von 3,67 auf 3,87 Prozent.
- PSD Bank Nürnberg: Moderatere Erhöhung, von 3,59 auf 3,62 Prozent.
Was Kreditnehmer jetzt wissen müssen
Laut Kreditvermittler Dr. Klein bewegen sich die besten Konditionen je nach Zinsbindung aktuell zwischen 3,57 und 4,22 Prozent, Interhyp nennt rund 3,98 Prozent für zehnjährige Darlehen. Die Bandbreite zeigt: Vergleichen lohnt sich – die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich.
Entscheidend für das individuelle Angebot sind Bonität, Eigenkapital, Darlehenssumme, Beleihungswert und gewählte Zinsbindung. Wer mehr Eigenkapital einbringt, zahlt spürbar weniger – das ist in einem steigenden Zinsumfeld wichtiger denn je.
Was bedeutet das für Sie?
Drei Konsequenzen, die sich aus der aktuellen Entwicklung ergeben:
Kaufinteressenten sollten nicht auf deutlich niedrigere Zinsen warten – die Signale zeigen eher in die andere Richtung. Wer eine passende Immobilie gefunden und die Finanzierung vorbereitet hat, sollte jetzt handeln.
Anschlussfinanzierer mit auslaufender Zinsbindung in den nächsten Monaten sollten mehrere Angebote einholen – und nicht automatisch bei der Hausbank bleiben. Die Unterschiede am Markt sind aktuell groß.
Wer noch Zeit hat, kann über ein Forward-Darlehen nachdenken, um sich das aktuelle Niveau für später zu sichern – bevor die Zinsen weiter anziehen.
Haben Sie Fragen zu Ihrer Finanzierungssituation? Sprechen Sie mich gerne an.
Quelle:
Morgenpost
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